(letzte Änderung am 26.1.11)
Zum Ortsnamen:
Acletta ist die Verkleinerungsform von Acla und bedeutet somit 'kleines Gut'.
Auf dem Hügel von Acletta tront die der Mutter Gottes Maria geweihten barocken Kapelle. Die Kirche wurde 1670 erbaut und ist eine der schönsten barocken Kirche der Gegend überhaupt.
Überhaupt, Kirchen und Kapellen prägen das Bild unserer Landschaft. Das Pfarrei Disentis zählt nämlich 14 Kirchen und Kapellen. Der Grund ist einfach: der Einfluss des Klosters war bereits seit der Gründung um das Jahr 700 sehr gross. Religion spielte eine grosse Rolle und prägte den Alltag und die Kultur.
Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, um die speziellen feste der Pfarrei zu nennen:
Karfreitag: wie auch an anderen Orten üblich, findet am Karfreitagabend eine Prozession bei der Pfarrkirche statt. Dabei werden die Kreuzigungswerkzeuge mitgetragen.
Fronleichnam: die alte Prozession durch das Dorf musste dem verkehr weichen. Heute findet die Prozession auf dem weg um das Kloster statt.
Sogn Gion Battesta oder Johannes der Täufer ist Kirchenpatron der Pfarrei. Demetsprechend wird gefeiert. Auch dies geschieht mite einer Prozession nach Dulezi.
Sogn Placi: das Hochfest des Klosters. Nicht nur die Disentiser, sondern Gläubige aus der ganzen Region, inkl. dem oberen Urserental nehmen daran teil.
Mater misericordiae ist der dritte sonntag im August. Wir feiern die Barmherzigkeit der Muttergottes im Kloster.
Sogn Roc: wohl einmalig weit und breit ist die Kinderrpozession zu Ehren des Heiligen Rochus, Beschützer gegen die Pest. Die Prozession findet laut Überlieferung seit 1637 ununterbrochen statt. Heute wird das Fest am 4. Sonntag im August gefeiert.
Feiertage sind: Josepfstag (19. März), Ostermontag, Auffahrt, Pfingsmontag, Fronleichnam, Maria Himmelahrt (15. August), Allerheiligen, Weihnachten (25. Dezember), Stefanstag (26. Dezember)
Doch nun wieder zurück nach Acletta: Die Kapelle zu Acletta ist vor allem wegen der wunderbaren Innenarchitektur bekannt, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, vor allem wenn Sie das berühmte Bild von Carlo Nuvolone au dem Jahre 1672 betrachten möchten. Die Kirche ist meistens offen und lädt Wanderer und Spaziergänger ein, eine kurze Ruhepause für Körper und Geist einzuschalten. Seit 2007 beginnt hier der Kneipp-Wanderweg.

Am 24. Januar 1964 wurde das Dorf durch einen verherrenden Brand grösstenteils zerstört. Ein Zweifamilienhaus (casa dubla), die Sennerei, ein Geminschafts-Schafsstall und sechs Ökonomiegebäude wurden zerstört. Zwei Kälber, 60 Schafe und Ziegen und 30 Hühner wurden von feuer getötet. Der Schaden beläuft sich auf rund 110'000.00 sFr. Die Einschätzung der Gebäude ist zu tief angelegt, dementsprechend leiden die Besitzer.

Acletta liegt, wie die meisten Weiler der Gemeinde am Südhang, umringt von Wiesen und Wäldern. Ein idealer Ort um die Ferien zu verbringen. Rund um den Dorfkern entstanden mit der Zeit neue Häuser, ja sogar mehrere Appartementshäuser der Firma Utoring.
Seit 2004 eröffnete die REKA (Schweizerische Reisekasse) ein neues Feriendorf. So wohnen heute während der Saisonzeit mehr Feriengäste als Einheimische im Weiler Acletta.


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