Chronik der Gemeinde Disentis
Hier entsteht eine Chronik für die Gemeinde Disentis. Einträge können mit dem Link 'Kontakt' gemeldet werden.
Vor 2000 v. Chr.
In der letzten eiszeit bedeckten grosse Gletscher die surselva. Sie bildeten die heutigen Täler, schufen Moränen, welche später als Berstürtze zu Tal donnerten.
Um 1200 v. Chr.
Die Gegend um Disentis wird langsam bevölkert, Rätier ziehen in die Surselva ein. Funde aus der Bronzezeit bezeugen den Aufenthalt von Menschen. In wieweit diese standhaft waren, lässt sich heute nicht mehr herausfinden. Sicher nutzten die damaligen Menschen bereits die Alpenübergänge.
Um 700
Der fränkische Mönch Sigisbert gründet in Disentis eine Einsiedelei.
Um 760
Bischof Ursicin unterstellt das Kloster Benediktregel.
Um 940
Sarazenen plündern das Dorf und das Kloster.
965
Kaiser Otto I besucht das Kloster.
Um 1100
Die Kirche St. Agatha in S. Gada wird gebaut.
1164
Kaiser Friedrich I (Barabrossa) besucht das Kloster. Er ist mit seiner Gefolgschaft über den Lukmanierpass gekommen.
1176
ist Kaiser Friedrich I erneut zu Besuch in Disentis. Diesmal ist er von Chur gekommen, um mit seiner Armee über den Lukmanierpass nach Italien zu ziehen.
13. Jahrhundert
Walser ziehen in Graubünden ein. Sie werden von der einheimischen Bevölkerung nicht überall freundlich empfangen und müssen ihre neuen Siedlungen an eher schlecht zugänglichen Stellen erbauen. Mumpé Medel ist so eine Siedlung, die zu dieser Zeit entstand.
1237
Der Weiler Peisel wir erstmals in einer Urkunde erwähnt. Dort wohnte ein wohlhabender und einflussreicher Gutsherr.
1261
Erste Erwähnung der Pfarrkirche 'in campo sancti Johanis'.
1289
In einem Brief (heute im Archiv Thurn und Taxis) wird ein Pfarrer von Segnas erwähnt. Da die heutige Kirche aus dem 17. Jahrhundert stammte, musste schon dazumal ein Gotteshaus in Segnas gestanden sein. Die rege Bautätigkeit in der Pfarrei bezieht sich also nicht nur auf die Pfarrkirche, sondern wohl auch auf übrige Kapellen.
1325
Unter dem Namen 'Phesels' wird Peisel erneut in einem schriftlichen Dokument erwähnt.
1348 bis 1350
Die Pest wütet in der Region und fordert viele Tote.
1366
Jacobus von Disentis wird ermordert. Der Überlieferung nach hat er zu hohe Zölle und steuern eingetrieben.
1374
Das erste Hospiz auf dem Lukmanier wird eröffnet. Der Lukmanierpass ist zu dieser Zeit einer der wichstigsten Pässe der Alpen.
1396
Gründung des Grauen Bundes in Ilanz.
1400
Die Gemeinde Disentis bereinigt ihre Grenzen mit Glarus.
1402
Zum ersten Mal wird der Weiler Cuoz schriftlich erwähnt.
1410
Das Kloster Disentis verliert das Urserental an Uri.
1424
Erneuerung des Grauen Bundes in Trun. Johannes Anselm aus Segnas wird erster Vorsitzender.
1425
Johannes Anselm wird Abt in Disentis, Peter von Pontaningen Aufseher der Klostergüter und dritter Präsident des Grauen Bundes.
1466
Der Abt von Disentis darf sich Fürstabt nennen.
1491
Bischof Heinrich V. verlangt von den Pfarreien, dass sie Taufbücher führen.
1524
Die Reformation erreicht Graubünden.
1581
Carolus Brromaeus, Erzbischof von Mailand, besucht das Kloster und die Pfarrei Disentis. Noch heute erinnert ein Bild in der Pfarrkirche Disentis von diesem ganz hohen Besuch in Disentis.
1584/85
Die Pest wütet in der Region und fordert viele Tote.
Um 1600
In Cuoz wird eine Kapelle gebaut.
1615 - 1620
Erbauung der Kapelle in Segnas, der Hl. Luzia, dem Hl. Luzi und dem Hl. Florian geweiht. Die zwei Seitenältäre der heutigen Kirche zeigen die erwähnten Heiligen. Das Altarbild der Hl. Luzi und Florian war wohl das Hauptbild in der neuen Kapelle, gemalt von H. J. Greutter.
1635/1638
Die Pest wütet in der Region und fordert viele Tote. Zuerst am 15. August 1635 in Tujetsch, kurz später auch in der Gemeinde Disentis zerstört der schwarze Tod viele Menschenleben. Das Altarbild der Kirche Segnas, welche bereits 1668 vergrössert wurde, zeugt von der Katastrophe. Dort findet sich die Inschrift: : "Im Jahr 1638 sind wir Jungs uns Alts von beiderley Geschlechts in der Zahl 30 Personen allhie an der Sucht gestorben und die Ersten begraben. Bitten Gott für uns alle. Amen."
1637
Einweihung der Kapelle in Madernal, dem Hl. Sigisbert geweiht.
1647
Einweihung der Kapelle in Mumpé Medel, dem Hl. Valentin geweiht.
1655
Einweihung der Kirche in Sontget, dem Hl. Placidus geweiht.
1670
Einweihung der Muttergottes-Kirche in Acletta.
1675
Einweihung der Kirche in Segnas, den Hl. Sebastian und Rochus geweiht.
1689
Fronleichnam: die Bova gronda begräbt 22 Personen und das Dorf Brulf.
Die Kriche in Cavardiras, dem Hl. Antonius geweiht, wird fertiggestellt.
1704
Einweihung der Kapelle in s. Catrina, der Hl. Katharina geweiht.
Einweihung der Kapelle in Disla, dem Hl. Luzius geweiht.
1718
Einweihung der Kapelle in Pardomat, dem Hl. Antonius geweiht.
1763
Einweihung der Kapelle in Mumpé Tujetsch, den Hl. Silvester und Nikolaus geweiht.
1799
Am 6. Mai plündern und brandschatzen das Dorf und das Kloster.
1856
Die Druckerei Condrau gibt zum ersten Mal die 'Gasetta Romontscha' aus.
1861
Der Kanton Graubünden beabsichtigt, das Kloster zu schliessen. Nur noch vier Mönche leben im Kloster.
1870
Bau des Kurhotels 'Disentiserhof'
1871
Eröffnung der Lukmanierstrasse.
1893
Am 16. April erteilt die Gemeindeversammlung den Bauern der Fraktion Vitg die Erlaubnis, einen Schafsstall in Plaunet/Raveras zu bauen. Das Grundstück, aber auch die Hälfte des Holzes wird von der Gemeinde den Bauern gratis zur Verfügung gestellt.
1899
Das erste Automobil fährt in Disentis vor. Allerdings sind solche Fahrzeuge noch bis 1926 im Kanton verboten. Die Gemeinden können selber entscheiden, ob sie die Durchfahrt erlauben ode rnicht. So kommt es vor, dass die Automobile an der Gemeindegrenze von einem Ochsen oder Pferd durch das Gemeindegebiet gezogen werden.
1912
Der erste Zug der Rhätischen Bahn erreicht am 31. Juli Disentis. Am 1. August wird die Strecke Ilanz - Disentis öffentlich in Betrieb genommen.
1934
Am 3. Juni zerstört ein Brand Wohnhaus, Schreinerei und Anbauten in Val. Personen kommen keine zu Schaden. Am 3. und 4. August wird die Region von schweren Unwettern getroffen. Vor allem die Anwohner des Aclettabaches kämpfen mit grossen Wassermassen.
1937 - 40
Der Westflügel 'Sulserbau' des Klosters wird gebaut.
1952
Ein neues Schulhaus in Vitg wird eröffnet.
1953
Die Turnhalle Conns kann bezogen werden.
1954
Ein neues Schulhaus in Segnas wird eröffnet.
1957
Am 31. Januar wierden die Statuten des neuen Kinovereins angenommen. Der Verin Kino Disentis wurde gegründet, damit die Konkurrenz aus Chur keinen Einfluss auf die ortsansässige Jugend haben kann.
1962
Seit dem Herbst müssen die Disentiser Kinder ein Jahr länger zur Schule gehen. Der Gemeinderat beschloss am 30. März die Schulzeit auf neun Jahre zu verlängern.
1963
Disentis eröffnet eine Realschule. Damit wird das gesamte Schulangebot in der Gemeinde angeboten.
Am 15. November erteilt der Gemeinderat den Einwohnern von Mumpé Tujetsch die Erlaubnis, eine Wirtschaft zu führen.
1964
Am 14. Januar fällt der Startschuss zum Bau der Luftseilbahn Disentis – Péz Ault. Der Gemeinderat erteilt die dazu nötige Bewilligung. Am 24. Januar fallen ein Wohnhaus und mehrere Ställe in Acletta einem Inferno zum Opfer. Am 6. April eröffnet die Zuger Firma Landis & Gyr eine mechanische Werkstatt in Sontget.
1967
Am 20. Okotber erfolgt die öffentliche Einweihung des neuen Produktionsplatzes der Landis & Gyr in Disentis. Seitem bietet die Firma - heute Distec AG - rund 80 Arbeitsplätze im technischen Sektor an.
1968
Die erste Skischule wird eröffnet.
1971
Die Bergbahnen Disentis nehmen ihren Betrieb auf.
1972
Die Gemeinde baut eine Kläranalage in Raveras.
1973
Die Kläranlage in Raveras wird eröffnet.
1975
Eine Lawine zerstört Teile des Dorfes Caprau. Die Gemeinde beschliesst, den Weiler aufzugeben. Die Bewohner werden nach Disentis/Caracrola gezügelt.
1981
Das Sportzentrum Disentis wird eröffnet. Zeitgleich wird die neue Schule in Disentis Dorf bezogen.
1984
Eine Lawine fordert in Sontget ein Todesopfer. Der Rettungssschef wird von der St. Plazi-Lawine erfasst und getötet. Das Hotel Disentiserhof wird auf der Nordseite beschädugt
1987
Disentis wird erneut von Lawinenniedergängen erschüttert. Die Schäden sind diesmal dank den baulichen Massnahmen weniger schlimm.
1988
Die reformierte Kirchgemeinde Cadi baut ein neues Gemeindezentrum.
2006
Am 17. April zerstört ein Feuer den Klosterstall in Salaplauna. Eine Kuh und ein Pferd werden Opfer der Flammen. Das nebenstehende Haus kann gehalten werden.
2009
Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit wird der Klosterstall in Salaplauna wieder neu eingeweiht.
2010
Die Sennaria Surselva wird eröffnet, Salaplauna wird zum Zentrum der regionalen Landwirtschaft.
2011
Der Winter kommt nicht. Im ganzen Winter fallen nur wenige Flocken, die Wiesen sind braun. Das Skigebiet kann trotzdem offen gehalten werden.
In Fontanivas wird die Brücke über den Vorderrhein saniert. Die Brücke wurde in den 50er Jahren erbaut und war in einem sehr schlechten Zustand.
Nach 140 Jahren geht das Hotel Disentiserhof in den Konkurs. Der Gemeinde gelingt es, zusammen mit der Raiffeisenbank Cadi, das Hotel zu retten.
Der neue Strassenabschnitt in Garmischeras wird dem Verkehr übergeben. Somit verschwindet eine gefährliche und enge Fahrstrecke auf der Oberalpstrasse.